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Lindenberger Krankenpflegeschule ermöglicht verkürzte Ausbildung

Lindenberg I 05.04.2016

Zwei Schüler der Lindenberger Krankenpflegeschule dürfen sich schon jetzt, nach nur zweieinhalb Jahren Ausbildung, Gesundheits- und Krankenpfleger nennen – eine Ehre, die einem sonst erst nach drei Jahren zuteilwird. Die staatlichen Prüfungen in den Pflegeberufen sind höchst anspruchsvoll, doch Nikola Simic und Carmello Strittmatter nahmen diese Hürde trotz der Ausbildungsverkürzung mit Bravour.

Die Ausbildung in einem Pflegeberuf ist auf drei Jahre angelegt. Ein halbes Jahr einzusparen und die Abschlussprüfungen vorzuziehen ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich und alles andere als ein Spaziergang. Carmello Strittmatter und Nikola Simic, bis Ende März noch Schüler an der Lindenberger Krankenpflegeschule an der Rotkreuzklinik, haben sich dennoch entschieden, es zu versuchen.

Da beide ihre Ausbildung an der Schule vor zweieinhalb Jahren mit medizinischen Vorkenntnissen antraten, zeichnete sich der Weg zur vorgezogenen Prüfung schon im ersten Ausbildungsjahr ab. Nikola Simic hatte bereits in seiner Heimat Kroatien eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert, die aber in Deutschland weder anerkannt wurde noch die hier übliche Bandbreite an Wissen und Fachkenntnis vermittelt hatte. Carmello Strittmatter dagegen sammelte relevante Erfahrungen als Rettungsassistent sowie als Masseur und medizinischer Bademeister. Ohne erhöhten Lerndruck konnten beide die Vorbereitungen auf die Prüfungen nicht bewältigen – der normale Unterricht einschließlich aller Schulaufgaben, die Praxiseinsätze und einen Probedurchlauf des Examens machte beiden zu schaffen. Auch Selbstzweifel blieben nicht aus. „Es gab schon Tage, wo einfach nichts mehr in den Kopf wollte. Da kommt man einfach ins Überlegen, ob man es wirklich schafft", beschreibt Nikola Simic die Situation. Ihm half, dass die Schule mit Rat und Tat, Gesprächen und Antworten zur Seite stand, sodass er sich am Ende wirklich gut vorbereitet fühlte. Auch Strittmatter lobt den Rückhalt durch die Schule bei der Bewältigung des anspruchsvollen Sonderprogramms: „Die Schule hat mich sehr unterstützt mit extra Terminen für die Lernbegleitung, zusätzlichem Lernmaterial und allen Infos zu dem halben Jahr, das ich sozusagen übersprungen habe."

Die beiden frischgebackenen Pflegefachkräfte blicken in eine aussichtsreiche Zukunft, beide haben schon jetzt vielversprechende Angebote und wissen, wo sie ihre erste Stelle antreten werden. Und so kann sich Jürgen Trefzer mit einigem Stolz von den beiden verabschieden: „Wir entlassen hier zwei gut ausgebildete Gesundheits- und Krankenpfleger in den von ihnen gewählten Beruf. Ich bin sicher, dass beiden das halbe Jahr nicht fehlen wird, auch wenn man in der Pflege nie wirklich auslernt."